Jap, es ist 2013. Und nach fast zwei Jahren gibt es nun wieder mal einen kleinen Blog-Post.
2011 war ein stressiges Jahr. Ich hatte einen administrativen Job angenommen, mit einer inkompetenten und daher zu Recht durch mich verunsicherten Koordinatorin, die mich absolut zu Tode arbeiten lassen wollte und sich dann beschwert hat, dass ich zu einem Institut gewechselt bin, an dem sie mir mehr als das doppelte pro Stunde bezahlt haben.
2012 war ein sehr ereignisreiches Jahr: Ich bin umgezogen, mit Rodo in eine eigene Wohnung in der Nähe des Instituto Tecnologico de Estudios Superiores de Monterrey (ITESM), an dem ich als Deutschlehrerin gearbeitet hatte.
Ich bin im April nach Costa Rica geflogen, wo ich mit Renata einen der besten Road Trips überhaupt gemacht habe, über verregnete und miserable Vulkanstraßen vom Pazifik zum Atlantik und wieder zurück (oder umgekehrt?), fantastisch, aufregend, und wunderschön.
Im Sommer war ich in Deutschland, das war sehr schön und ich habe es genossen, meine freche und absolut zuckersüße Nichte Juno und meinen hinreißenden Neffen Juri um mich zu haben.
August 2012 habe ich mich von Rodo getrennt. Auch wenn er einer der nettesten und liebsten Männer ist, die ich je kennengelernt habe, habe ich gemerkt, dass er nicht der richtige für mich ist. Ich hatte dann auch irgendwie die Schnauze voll von Monterrey und habe mich weltweit beworben, um dann einer fixen Idee zu folgen und nach Cancun zu gehen.
Im Oktober war ich noch einmal in Deutschland und Rumänien, um an einem Projekt der EU teilzunehmen, dem Projekt Youth for Citizen's Initiative. Außerdem habe ich die Gelegenheit genutzt, um an der Hochzeit von Michi und Karsten teilzunehmen, die sich vor unzähligen Jahren (so 2001, glaube ich) auf meiner ersten Hausparty in Elmstein auf meiner Couch kennengelernt haben :D
Ende 2012 habe ich mich auch noch einmal verliebt, in einen Piloten, aber das hat mich nicht davon abgehalten, meinen Karibik-Traum leben zu wollen.
2013 von Januar bis März habe ich aus dem Koffer gelebt und bin in Cancun Couch-Surfen gegangen, habe mir meinen Unterhalt mit Wohnung bzw Büro-Sitting verdient, und dann schließlich in Merida noch einmal bei IMCI angefangen (jap, obwohl ich schon 2010 wusste, dass das eine besch***ene Schule ist, hab ich ihr noch einmal eine Chance gegeben...). Ende März hatte ich dann genug von Versprechen auf Kurse, die nie stattfanden und habe mich wieder mal in Monterrey beworben. Ich habe mir kurzerhand ein Flugticket gekauft, auf dem Weg nach Monterrey noch einen Tag Spring Break in Cancun mitgenommen (die sind doch alle verrückt, geniale Partystimmung, und ein absolutes Muss, once-in-a-lifetime, meine Kinder dürfen da aber erst hin, wenn sie mindestens 30 sind! :P ) In Monterrey angekommen habe ich dann festgestellt, dass mein zu der Zeit Fernbeziehungs-Freund ein Riesen-A**** ist und die Beziehung war dann auch hinüber, mit gutem Recht meinerseits.
Ich habe dann angefangen, in SPELT zu arbeiten, als Englisch-Lehrerin. Im Mai bin ich dann noch einmal in den Süden, um mit meinen norwegischen Freunden den zweitbesten Roadtrip der Welt zu machen: Merida-Valladolid-Holbox-Tulum-Playa del Carmen-Cancun, genial, bezaubernd, soooo lustig und einfach nur befreiend. Zurück in Monterrey habe ich dann eine Stelle als administrative Assistentin in SPELT angenommen und bin innerhalb von 2 Wochen zur Akademischen Leiterin befördert worden.
Ich habe im August den Teacher's Knowledge Test der Cambridge University abgelegt und mit Glanznoten bestanden (Band 1-4 ist die Bewertung, nur 6% aller Teilnehmer bekommen Band 4, die beste Note; Ich habe zwei von drei Modulen mit Band 4 und eins mit Band 3 bestanden :) ).
Momentan arbeite ich extra viele Überstunden, um mir 1. einen Namen als Übersetzerin zu machen und bald eine Lizenz zu bekommen (das ist hier in Mexiko etwas kompliziert, ich habe aber glücklicherweise schon Referenzen von der offiziellen Übersetzerin des Staats-Tribunals) und 2. um mir ein Flugticket nach Deutschland für Weihnachten leisten zu können, aber ich bin nicht sicher, ob das klappt... die Tickets sind schweineteuer und ich habe zwar momentan keine finanziellen Probleme, aber mal eben so 22 tausend für einen Flug auszugeben ist gerade nicht drin, das ist mehr als mein Monatsgehalt. Ich hege noch die Hoffnung, dass ein Kollege mir ein günstiges Ticket über einen Kontakt bei American Airlines beschaffen kann, drückt die Daumen!
Nach diesem schnellen Überblick über die letzten zwei Jahre sei gesagt: egal was passiert ist, es war alles notwendig. Ich habe aus Erfahrungen gelernt, bin erwachsener geworden, und habe eine gehörige Portion Menschenkenntnis dazu erlangt, die mir momentan im privaten wie beruflichen Bereich sehr nützlich ist. So habe ich zum Beispiel gelernt, dass Freunde, die dich als Mittel zum Zweck benutzen, die Mühe einfach nicht wert sind (ja, hier in Mexiko eine große Deutsche auf Parties mitzubringen ist der Hit, da ist man plötzlich sehr viel beliebter und respektierter... seltsame Leute sind das hier). Die Lehrer, die ich einstelle und trainiere, sind durch meine Vor-Auswahl deutlich qualitativ wertvoller für das Institut, und uns hat seit ich da angefangen habe, keiner mehr verklagt, yaaaay :)
Viele Grüße und Küsse aus Mexiko, mir geht es gut und ich hoffe, wir sehen uns alle bald mal wieder :)
Wednesday, October 30, 2013
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